„Um den digitalen Wandel richtig zu verstehen,
müssen wir uns nicht der Technik zuwenden,
sondern den Menschen.“
DIE ZEIT hat mich interviewt, am 11. Januar 2026
Meine Biographie habe ich Jörg Thadeuszin Folge 20 des „brand eins“-Podcasts (Staffel 1) erzählt
Interview with me as part of the Oral History of the Internet New York University Abu Dhabi
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Praxis, Theorie und Philosophie des digitalen Wandels
Sabria David ist Digitalphilosophin, Autorin und Medienforscherin. An der Karlshochschule in Karlsruhe lehrt sie „Digitale Transformation und Ethik“. Sie forscht und berät zu den Auswirkungen und Potentialen des digitalen Wandels auf Gesellschaft, Medien und Arbeit. Sie ist langjährige Vize-Präsidentin von Wikimedia Deutschland und Gründerin des Slow Media Instituts.
Ihr aktuelles Buch, der Essay-Band „Zeichen und Wunder“ (Frohmann Verlag), erschien im Dezember 2024. In ihrem Buch „Die Sehnsucht nach dem nächsten Klick“ (Patmos, 2020) stellte sie ihren ressourcen-orientierten systemischen Ansatz der Medienresilienz vor. Mit dem Soziologen Benedikt Köhler und dem Datenforscher Jörg Blumtritt verfasste sie 2010 das Slow Media Manifest, welches in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und weltweit Forschungsgegenstand ist, sowie 2012 die Declaration of Liquid Culture.
Ihre Arbeit befasst sich mit der Frage, wie wir als Menschen, als Organisationen und als Gesellschaft produktiv mit den Auswirkungen des digitalen Wandels und Künstlicher Intelligenz umgehen können und wie der Wechsel zu einer guten und resilienten digitalen Gesellschaft gelingen kann. Dies auch im europäischen Kontext gemeinsam mit der EU-Kommission und der Bundeszentrale für Politische Bildung.
Sabria David war von 2014 bis 2022 Mitglied des Präsidiums von Wikimedia Deutschland, des Fördervereins hinter der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Der Aufsichtsrat ist das ehrenamtliche Leitungs- und Kontrollorgan des Vereins. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit als stellvertretende Vorsitzende waren Strategie, Governance, Multistakeholderprozesse, Diversität und Gesellschaft, Politik, Werte.
Sie entwickelte das „Interaktionsmodell Digitaler Arbeitsschutz“ (IDA), ein Präventions- und Beratungskonzept, das Verhaltens- und Verhältnisprävention kombiniert. Auf dessen Basis entwickelte sie mit ihrem Kooperationspartner TÜV Rheinland ein Managementsystem und den auditierbaren Standard “Digitaler Arbeitsschutz”. Das Interaktionsmodell Digitaler Arbeitsschutz wurde 2014 auf der MS Wissenschaft, dem Ausstellungsschiff des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit einem Exponat vorgestellt und eingeführt.
Sabria David studierte Germanistik, Sprachwissenschaft, Kunstgeschichte (Magister Artium, 1993) und Psychologie an der Rheinischen Friedrich Wilhelms Universität zu Bonn. Im Anschluss forschte sie zunächst als Teil der Bonner Celan Arbeitsstelle über Paul Celans Übersetzungen, erhielt ein Forschungsstipendium des Deutschen Literaturarchivs Marbach und realisierte die große Jahresausstellung des Schiller-National-Museums Marbach „Fremde Nähe. Celan als Übersetzer“. Schwerpunkte ihrer Forschung waren Textgenese, Methodologie und Poetologie, während sie parallel – später mit ihrer eigenen Kommunikationsagentur – als Texterin und Konzeptionerin arbeitete, Unternehmen beriet und neue Erzählformen und Digitalstrategien entwickelte.
Heute ist sie bekannt für ihren interdisziplinären Ansatz, ihre präzisen und pragmatischen Analysen und gilt als Vordenkerin des digitalen Wandels. Sie berät, hält Keynotes und Vorträge, gibt Fortbildungen, lehrt und publiziert. Mit ihrem transformation storytelling macht sie gesellschaftliche Veränderungsprozesse im Alltag spürbar und verknüpft Ansätze der Kulturgeschichte, Philosophie, Gesellschaftspsychologie, Medientheorie und Wirtschaftsethik.
Foto: Annette Schwindt
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